Eine kleine Weinfarm in Südafrika

Erfrischend, spritzig und frisch – ein Chenin Blanc vom Feinsten. In der Nase lässt sich Guava und Ananas und ein Hauch von Zitrusfrucht erschnuppern. Hmmm  … und dabei jetzt die Augen schließen und träumen. Träumen zum Beispiel von einer kleinen Weinfarm in der Kapregion, wie einst Birgit und René Schmieder-Reiser.

Die Beiden haben sich mit „Jacaranda Wines“ ihren Lebenstraum verwirklicht. Wohl ahnend, dass dieser Weg ein steiniger sein wird – auch wenn es nur knapp 3 Hektar waren, die auf dem 80-jährigen Anwesen auf Vordermann gebracht werden sollten. Doch Wellington war bislang nicht unbedingt der Nabel der großen Weinwelt und das, obwohl viele der Weinreben Südafrikas aus den hiesigen Rebschulen stammen. Die Trauben die hier angebaut wurden, waren eher für die großen Kellereien bestimmt. So war auch die Kultur in Wellington noch sehr von Traditionen und dem Afrikaans-Lifestyle geprägt. Da hat die Birgit, eine moderne schaffige und weitgereiste Badnerin, mit ihrer Tatkraft und „Luscht am guten Leben“ schon so manch traditionell geprägten Südafrikaner zum Staunen gebracht.

Aufbruchstimmung in Wellington

Der Wandel in ein neues Qualitätsweinzeitalter wird auch in Wellington zunehmend spürbar. Für Aufbruchsstimmung sorgte vor wenigen Jahren die Umwandlung von Wellington in einen eigenständigen Distrikt. Gemäß der südafrikanischen Lagenklassifikation können die Weinerzeuger nun ihre Weine mit „Wine of Origin Wellington“ kennzeichnen, wenn die Trauben zu 100 Prozent von dort stammen. Und bei Birgit und René tun sie das, man könnte fast sagen zu 200 Prozent. Schon allein deshalb weil René mit der ihm als Schweizer innewohnenden Präzession ans Werk geht. Und auch weil der Ertrag mit 6-8 Tonnen nur ungefähr die Hälfte von dem ausmacht, was man ansonsten von den Chenin Blanc Weinbergen in diesem Gebiet gewohnt ist.

Aufbruch in ein neues Weinzeitalter lenkt auch in Wellington den Fokus auf Qualität. Das bedeutet z. B. die Ertragsmengen so zu steuern, dass die Komplexität der Weine steigt und den Gaumen mit feinen Geschmacksfacetten begeistert. Für Birgit und René bedeutet dieser Anspruch, dass sie u. a. ihre Weißweine in mehreren Lesegängen ernten. All das passiert von Hand während der frühen kühlen Morgenstunden. Das erste Mal wenn die Trauben noch ganz niedrige Zuckerwerte (Mostgewichte) vorweisen, dafür aber noch eine frische spritzige Säure. Und das zweite Mal wenn die Trauben vollreif, saftig und noch immer ganz gesund am Rebstock prangen. Nach einer schonenden Pressung werden die jungen Moste temperaturkontrolliert vergoren. Fünf Prozent, also ein minimaler Anteil, packt René gleich in kleine aber bereits gebrauchte Eichenfässer. Und genau diese feine Nuance macht im Geschmack des Weines so einen wohligen Unterschied.

Weine mit einer ganz persönlichen Handschrift

Diesen Chenin zeichnet aus, dass er so angenehm weich und rund am Gaumen schmeichelt. Und dabei doch erfrischend saftig schmeckt. Charmant ist seine schlichte Eleganz, die diesen Wein zu einem unaufdringlichen Begleiter eines schönen Abends macht. Fast wie ein guter Freund, der da ist und nicht groß auffällt, aber wenn er nicht da wäre, man deutlich spüren würde, dass etwas fehlt in dieser geselligen Runde.

René und Birgit empfehlen diesen feinen Weißwein zu gegrilltem Geflügel, Meeresfrüchten und frischen Salaten. Dieser Weinempfehlung schließen wir uns gerne an! Wir haben ihn zu einer frischen Pasta Vongole genossen und es war sensationell „lekker“ (Afrikaans für lecker). Den Jacaranda Chenin Blanc gibt es für 11,00 Euro/0,75-l-Flasche in Deutschland bei den Weinhelden. 

Zudem haben wir auch den Jacaranda Sauvignon Blanc verkostet! Und auch dieser Wein hat uns überzeugt. Elegant und dezent in der Nase mit einem facettenreichen Nachklang am Gaumen. Frische Noten von tropischen Früchten plus deutliche Stachelbeere. Dem Wein hätte ggf. etwas mehr Luft nach dem Öffnen gut getan. Aber soweit kam es bei uns nicht: Der Trinkfluss des Inhalts ist einfach zu köstlich und bei den sommerlichen Temperaturen einfach super erfrischend. Für 13,00 Euro ein toller Weinkauf.

Unser Tipp: Urlaub auf der kleinen Weinfarm „Jacaranda„. Zu dem historischen Gutshaus gehört auch ein kleines Cottage und ein toller Swimmingpool (inklusive Braaiplatz natürlich). Man kann von Wellington viele Ausflüge ins touristisch wenig erschlossene Hinterland machen. René und Birgit schwören Bein und Stein, dass es im ganzen Western Cape keinen zentraleren Standort gibt als Jacaranda bzw. Wellington. Und in gewisser Weise haben sie ja auch recht, man ist sehr schnell in Swartland, Tulbagh oder wer etwas Lifestyle sucht, der ist auch ruckzuck in Franschhoek.  Was ganz bestimmt richtig ist, es gibt kaum eine Weinfarm die ihren Gästen soviel Ursprünglichkeit und Familienanschluss bietet. Wer also erleben will, wieviel Liebe, Handwerkskunst und Geduld es braucht, um auf 3 Hektar handverlesene Weine zu erzeugen, der ist hier genau richtig und wird Bestens betreut. Der Jacranda-Zoo mit mehreren Katzen und Hunden bietet zudem bessere Unterhaltung als jede TV-Show.

Weitere Informationen:  www.jacarandawines.co.za

Information: Chenin Blanc ist eine weiße Rebsorte, deren Anbau bis in das 9. Jahrhundert zurückreicht. Chenin Blanc ist eine Edelrebe, die in Frankreich auch unter dem Namen Pineau d´Anjou oder Pineau de la Loire bekannt ist. Die weiße Rebsorte Chenin Blanc wird als eine der häufigsten Rebsorten in Afrika angebaut. Mehr als doppelt so oft als in Frankreich ist sie hier zu finden. Chenin Blanc ist eine empfindliche Rebsorte, anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und hat eine lange Reifezeit. Die Trauben werden reinsortig verarbeitet oder aber als Assemblage mit Colombard und Chardonnay ausgebaut. Die goldgelbe Farbe und ihr fruchtiger Geschmack sind Wesenszüge der Rebsorte Chenin Blanc. (Quelle: Weinhelden.de

Unser Dank für die Probeflaschen geht an die Bezugsquelle: 

Weinhelden ist ein Unternehmen der Vineur Select GmbH
Lange Straße 87, 76530 Baden-Baden
Telefon: +49 (0) 7221 30229912
E-Mail: kontakt(at)weinhelden.de

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